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Der BTB im Gespräch mit dem neuen Präsidenten des LGLN

 

Seit dem 01. Juni 2017 ist Michel Golibrzuch Präsident des LGLN. Das erste Gespräch der Landesfachgruppe Vermessung des BTB mit ihm bot einen erfrischenden Diskurs über Möglichkeiten und Chancen der Vermessungs- und Katasterverwaltung (VKV). In freundlicher und angenehmer Atmosphäre diskutierten Günter Janzen und Marc Zimmermann mit dem Präsidenten des LGLN über die Herausforderungen der Zukunft in der VKV.

Von links: Günter Janzen, Michel Golibrzuch und Marc Zimmermann

Eine technische Fachverwaltung wie die VKV unterliegt mehr als andere Landesverwaltungen den digitalen Veränderungen unserer Zeit. Die sogenannte „smarte Welt“ in der das Internet die Grundlage für nahezu alle privaten und beruflichen Aktivitäten darstellt, bietet Chancen und Risiken für uns alle. Dass die „smarte“ Zukunft kommt, ist unausweichlich. Entziehen können wir uns dieser Zukunft nicht, deshalb ist es wichtig, sie anzunehmen, sie in unsere Arbeitswelt zu integrieren und sie für uns nutzbar zu machen, indem wir aktiv an der „Smart VKV“ mitgestalten.

Personalentwicklung

Die technischen Fachverwaltungen benötigen von daher mehr denn je hervorragend ausgebildetes Personal. Das bedeutet auch Qualifizierung und Fortbildung der Beschäftigten, damit die Vermessungs- und Katasterverwaltung nicht den Anschluss verliert. Diese Qualifizierung kann klassisch zu Aufstiegen beispielsweise von Laufbahngruppe 1, zweites Einstiegsamt nach Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt führen. Ebenso ist die Durchlässigkeit in eine höhere Laufbahngruppe oder die Befähigung zur Wahrnehmung von Leitungsfunktionen ab A14/E14 und höher denkbar. Der BTB möchte, ebenso wie Herr Golibrzuch, aber auch den Weg frei machen für sog. Fachkarrieren, d.h. es könnte eine Spezialisierung auf bestimmten Arbeitsplätzen mit entsprechender Stellenausstattung erfolgen. Bei dem uns in Kürze bevorstehendem Fachkräftemangel darf es nicht passieren, dass vorhandenes spezialisiertes Fachpersonal für ein berufliches Weiterkommen erst den Dienstposten bzw. den Arbeitsplatz wechseln muss, um die persönliche Karriere fortsetzen zu können. Man kam im Gespräch überein, dass die technischen Herausforderungen der Zukunft genügend Möglichkeiten für höherwertigere Stellen böten - auch ohne, dass es sich dabei zwingend um eine Führungsaufgabe handeln müsse.

Nicht nur die nach wie vor fehlende Stellenausstattung bei A13, A15 und A16 ist aus Sicht des BTB ein Ärgernis, ebenso fehlt es, durch einseitigen, unterwertigen Abbau in der Vergangenheit, an Stellen bei den Einstiegsämtern A10 und A11. Herr Golibrzuch beschreibt diese Situation auch für ihn als nicht länger akzeptabel und wird sich für baldige Verbesserungen einsetzen. Besonders die einschränkend wirkenden Stellenobergrenzen hält der Präsident für reformbedürftig. Der BTB wird hier weiter flankierend die Gespräche mit den Verwaltungsspitzen und der Politik suchen. Aktuell werden zudem, nicht nur im LGLN, die Themen Telearbeit, Satellitenarbeit und Mobile Working diskutiert. Zurzeit wirkt der BTB gemeinsam mit dem NBB und anderen Gewerkschaften an einer Überarbeitung der Dienstvereinbarung gemäß Paragraf 81 des Niedersächsischen Personalvertretungsgesetzes zur Telearbeit aus dem Jahre 2001 mit. Ziel ist eine zeitgemäße neue Vereinbarung, die flexible, der jeweiligen Lebenssituation anpassbare Arbeitszeiten und Arbeitsformen ermöglicht.

Zukunft 2025

Das zunächst fachlich ausgerichtete Zukunftskonzept 2025 befindet sich auf der Zielgeraden und steht vor der Vollendung des Abschlussberichtes. Nach der Veröffentlichung wird für alle Beschäftigten die Möglichkeit zur Kenntnisnahme und Kommentierung bestehen. Der BTB begrüßt diese Transparenz, denn schon in den vergangenen Monaten hatte Janzen gegenüber dem Referat und dem Landesamt immer wieder deutlich gemacht, alle Beschäftigten des Landesamtes an der Gestaltung ihrer Zukunft mitwirken zu lassen. Der Präsident kündigte an, zeitnah in einem zweiten Schritt die Ausrichtung von Organisation und Personal im LGLN zu diskutieren, um letztlich auch die aufgestellten Thesen des Konzeptes umsetzen zu können. Der BTB steht hier gern mit Rat und Tat zur Seite.

Von Seiten der Gewerkschaftsvertreter wurde auch das Thema „Bevorratungseinstellung“ angesprochen. Vor gut einem halben Jahr, anlässlich des Treffens mit dem damaligen Abteilungsleiter 4 im MI, Herrn Bernd Häusler, hatte der BTB bereits eine Bevorratungseinstellung für die VKV gefordert. Die nachweislich ab den Jahren 2020/21 rasant zunehmenden personellen Altersabgänge können aus Sicht des BTB nur durch frühzeitige Einstellungen von entsprechendem Fachpersonal kompensiert werden. Mit Blick auf den Haushalt schloss der damalige Abteilungsleiter 4 diese sinnvolle Möglichkeit jedoch aus. Der neue Präsident des LGLN hat zu diesem Thema nun eine andere Position eingenommen. Er hält Vorratseinstellungen für die VKV für unumgänglich und sieht auch grundsätzlich Spielräume im Haushalt, um diese erforderlichen Einstellungen umsetzen zu können.

Ausbildung

Die zur Fortführung des Projekts „VKV 2025“ einzusetzende Arbeitsgruppe soll sich auch mit dem bisherigen Ausbildungskonzept befassen. Zu prüfen sei hier, ob die Zahl der neu geschaffenen Plätze des bi- bzw. abiStudiumsGeoIT ausreichend bemessen sei, so Golibrzuch. Unzweifelhaft bestehe mit Blick auf die zukünftigen Aufgaben der VKV ein Bedarf an Absolventen*innen mit höherwertigen Bildungsabschlüssen. Darüber hinaus solle erörtert werden, ob neben Vermessungstechnikern*innen verstärkt auch wieder Geomatiker*innen auszubilden seien. Qualität und Inhalte der vorhandenen Berufsbilder im Vermessungs- und Katasterwesen seien zu überprüfen und gegebenenfalls zukunftsfähig zu machen.

Gute berufliche Perspektiven, interessante und abwechslungsreiche Tätigkeiten, technisch innovative Arbeitsfelder, konkurrenzfähige Bezahlung, flexible Arbeitszeiten und gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen sind Ziele, für die sich der BTB einsetzt. Mit der Durchlässigkeit der Laufbahnen, Qualifizierung, Personalentwicklung, Nachwuchsgewinnung, Verbesserung der Stellenobergrenzen oder gar deren Abschaffung gibt es konkrete Mittel zur Umsetzung. Der Präsident des LGLN, Michel Golibrzuch, vermittelte uns in diesem ersten Gespräch die Idee, diese Ziele mittragen zu können.

Der BTB wird bei diesen Themen sowohl in der Politik als auch in der Verwaltung zukünftig eng am Ball bleiben und sich für die Belange und Interessen der Beschäftigten einsetzen.

 

V. i. S. d. P. Günter Janzen, Vorsitzender, Paalweg 4, 27804 Berne, Tel. dienstl. 04401/109-248. E-Mail: Vorsitzer-Verm@btb-ni.org

 

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